// medhochzwei Verlag
![]()
Die Herausforderungen im Gesundheitswesen erfordern neue Ansätze, die über klassische Struktur- und Kostendebatten hinausgehen. Im Panel „Gesundheitsversorgung ist innovativ & digital“ des 9. Heidelberger Forums Gesundheitsversorgung steht deshalb im Fokus, wie Digitalisierung und Innovation dazu beitragen können, Versorgung nachhaltig weiterzuentwickeln.
Petra Brandt, Head of Marketing & Sales bei Roche Information Solutions (Roche Diagnostics Deutschland), diskutiert dort zentrale Fragen rund um digitale Transformation, Datenvernetzung und die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Im Interview mit medhochzwei spricht sie über aktuelle Entwicklungen, strukturelle Herausforderungen und die Rolle von Innovationen für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem.
medhochzwei: Welche fortschrittliche Technologie ist für Sie einer der größten Hoffnungsträger?
Petra Brandt: Mein größter Hoffnungsträger ist die intelligente Vernetzung und Orchestrierung von Gesundheitsdaten. Daten, die es heute schon gibt und die wir nur nicht vernetzt nutzen. In der Diagnostik generieren wir heute eine enorme Menge an Daten – das Labor liefert z. B. über 70 % aller klinisch relevanten Informationen. Digitale Ökosysteme können hier den Unterschied machen, zum Beispiel mit klinischer Entscheidungsunterstützung.
medhochzwei: Kann die Digitalisierung und KI der Entwicklung entgegenwirken, dass Deutschland bei der Gesundheitsversorgung weiter zurückfällt?
Petra Brandt: Absolut. Deutschland steht unter einem enormen demografischen Druck. Digitalisierung und KI sind hier kein ‚Nice-to-have‘, sondern die Voraussetzung, um die Versorgung auf dem aktuellen Niveau aufrechtzuerhalten. Digitalisierung kann uns dort helfen, wo wir heute Engpässe haben, etwa in der Pathologie bei Befundungen, bei Unterstützung in der Diagnosestellung oder bei der Vereinfachung von Abläufen. Wenn wir durch digitale Workflows die Zeit bis zur Diagnose verkürzen und gleichzeitig die Kosten pro Befund stabil halten, gewinnen wir an Wettbewerbsfähigkeit zurück.
medhochzwei: Haben Sie ein Beispiel, auf welchem Feld Deutschland vielleicht sogar Vorreiter ist?
Petra Brandt: Oft wird Deutschland bei der Digitalisierung kritisiert, aber wir haben eine enorme Stärke: Unsere Qualitätsstandards und die Tiefe der diagnostischen Expertise. Deutschland ist Vorreiter darin, Innovationen nicht nur einzuführen, sondern sie in ein reguliertes, sicheres Umfeld zu integrieren, das Patientenschutz und Datenethik priorisiert. Wenn wir es schaffen, diese Exzellenz in eine optimale Balance zwischen Datenschutz und Datennutzung zu bringen, schafft dies nicht nur Vertrauen, sondern ist auch ein echter Standortvorteil.
medhochzwei: Im Panel geht es auch darum, den Schwerpunkt bei Gesundheitsleistungen weg von Reparatur und Behandlung und hin zu Prävention zu bewegen: Welche Rolle spielt Prävention bei Forschung und Entwicklung von Lösungen in Ihrem Unternehmen?
Petra Brandt: Bei Roche Diagnostics ist Prävention in unserer DNA verankert und wir investieren massiv in Tests und digitale Algorithmen, die die kleinen Dinge erkennen, bevor sie groß werden. Beispielsweise können wir mit unseren neuesten digitalen Biomarkern chronische Lebererkrankungen früher und präziser erkennen und damit die Therapiechancen für Patient:innen deutlich verbessern.
medhochzwei: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Brandt.
|
|
Petra Brandt, Head of Marketing & Sales Roche Information Solutions, Roche Diagnostics Deutschland GmbH Als Head of Marketing & Sales bei Roche Information Solutions (Roche Diagnostics Deutschland) zeigt Petra Brandt auf, wie digitale Lösungen in der Früherkennung die Gesundheitsversorgung verbessern können. Nach ihrem Studium der Europäischen Wirtschaft sammelte sie über 18 Jahre Erfahrung in Strategie, Marketing und Kommunikation im Gesundheitswesen und gestaltete die erfolgreiche Marktvorbereitung für präventionsorientierte Lösungen im Bereich des HPV-Screenings mit. Für Petra Brandt steht fest: Echte Innovation besteht nicht nur aus der Technologie selbst, sondern daraus, wie sie im System ankommt – und hierbei ist Kommunikation essentiell. Um dem steigenden Kostendruck und Fachkräftemangel zu begegnen, setzt sie sich dafür ein, dass die Diagnostik Daten konsequent in evidenzbasierte Entscheidungen verwandelt. |
|
Sie wollen die Diskussion nicht nur verfolgen, sondern mitgestalten? Beim 9. Heidelberger Forum Gesundheitsversorgung am 6. und 7. Mai 2026 in Heidelberg erwarten Sie fundierte Analysen, vielseitige Perspektiven und konkrete Impulse für die Zukunft der Versorgung. >>> Jetzt anmelden und Teil der Diskussion werden. www.heidelberger-forum-gesundheitsversorgung.de/Programm
|