// Stefan Schmidt
Ende September 2025 hatte ich die Gelegenheit, an der Hangzhou International Human Resources Exchange and Cooperation Conference sowie an Fachgesprächen in Peking teilzunehmen. Die Konferenz ist die größte internationale Austauschplattform im Yangtze-Delta und bringt seit vielen Jahren Expert:innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik zusammen, um über aktuelle Entwicklungen in Gesellschaft, Gesundheit und Innovation zu diskutieren.
Besonders eindrucksvoll war dabei der Blick über den eigenen Tellerrand: Auch in China zeigt sich ein starker Anstieg pflegebedürftiger Menschen, darunter viele mit Alzheimer-Erkrankungen. Diese Entwicklungen ähneln in hohem Maße den Herausforderungen, mit denen wir auch in Deutschland konfrontiert sind. Der internationale Austausch verdeutlicht, wie wichtig es ist, Versorgungssituationen anderer Länder kennenzulernen, um voneinander zu lernen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Von besonderem Interesse waren die Diskussionen zu KI-Anwendungen und digitalen Assistenzsystemen. In beiden Ländern wird intensiv daran gearbeitet, wie Technologien dazu beitragen können, pflegerische Versorgung zu verbessern, Zu- und Angehörige zu entlasten und Pflegende in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Der internationale Vergleich eröffnet wertvolle Perspektiven: Welche Lösungen funktionieren bereits, welche Herausforderungen gibt es in der Umsetzung und welche Erfahrungen lassen sich übertragen? In diesem Zusammenhang konnte ich auch von unserer gerade abgeschlossenen GKV-Studie zur Inkontinenzversorgung mit Hilfe digitaler Assistenzsysteme berichten. Die Ergebnisse der Studie sind wirklich beeindruckend, insbesondere im Hinblick auf Sturzreduktion, Materialeinsparungen und Zeitgewinne. Diese positiven Erfahrungen stoßen auch international auf großes Interesse und zeigen, wie sehr digitale Innovationen die pflegerische Versorgung nachhaltig verbessern können.
Neben der Konferenzgespräche konnte ich auf der Fachmesse mit einem Stand der Hochschule Neubrandenburg gezielt zu unseren Studienangeboten informieren. Das große Interesse an unseren Themen hat mich sehr gefreut und unterstreicht, wie stark die internationale Vernetzung auch im Bereich Bildung und Qualifizierung gefragt ist.
Die Reise hat eindrücklich gezeigt: Pflege ist eine globale Herausforderung. Nur durch Dialog, Offenheit und den Mut, voneinander zu lernen, können wir innovative Ansätze entwickeln und die Versorgung pflegebedürftiger Menschen weltweit verbessern.
Kontakt: Prof. Dr. Stefan Schmidt (sschmidt@hs-nb.de)
Dieser Beitrag stammt aus dem medhochzwei Newsletter 16/2025. Abonnieren Sie hier kostenlos, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!